EPoNa war ein deutsch-namibisches Forschungsprojekt, koordiniert vom Fachgebiet Abwasserwirtschaft, Institut IWAR der Technischen Universität Darmstadt, im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Initiative WavE. Gegenstand des Forschungsprojekts waren Untersuchungen zur Ertüchtigung einer Abwasserteichanlage für die Produktion von Bewässserungswasser in der Landwirtschaft. Das Projektteam aus Wissenschaft und Praxis verfolgte einen ganzheitlichen Systemansatz in dem technische, ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Aspekte kombiniert wurden.

Das Konsortium

Rolle des IEEM

 Teilprojekt 3: Nachbehandlung und Ökonomie

Im Rahmen des IEEM EPoNa-Teilprojektes (Nachbehandlung und Ökonomie) wurde ein Steinefilter (Bioperkolationsfilter) zur Nachreinigung von Abwässern in Abwasserteichanlagen errichtet und pilotiert. Ein solcher Steinefilter lässt sich je nach baulichen Gegebenheiten sehr einfach im Auslaufbereich von Abwasserteichanlagen herstellen und ohne großen Aufwand betreiben. Im vorliegenden Falle ging es darum, die Abwasserqualität für die landwirtschaftliche Bewässerung zu verbessern. Die mechanisch-mikrobiologische Funktionsfähigkeit des Steinefilter konnte nachgewiesen werden, ebenso ein sehr günstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis gemessen am Reinigungseffekt.

Im Rahmen einer gesamtökonomischen Betrachtung wurden zunächst die betriebswirtschaftlichen Kosten und Nutzen zusammengestellt, wobei nicht nur die Nachbehandlung im Steinefilter, sondern auch unterschiedliche Handlungsalternativen (z. B. Ausbau nur einer Straße in verschiedenen technischen Varianten bis zum Vollausbau beider Straßen mit Mikrosieb, etc.) betrachtet wurden. Dabei ließ sich feststellen, dass der der Steinefilter aufgrund seiner niedrigen Kosten überall dort von Vorteil ist, wo er sich aufgrund der baulichen Gegebenheiten und Verfügbarkeit von Steinmaterial vorzugsweise in vorhandene, aber auch in neue Abwasserteiche einbauen lässt.

Zudem wurde eine volkswirtschaftliche Betrachtung durchgeführt deren Ergebnisse (soweit dies aufgrund der verfügbaren Daten möglich war) unter der Herausgeberschaft des EPoNa-Partners ISOE im „EPoNa Replication Guide“ publiziert worden sind.

Darüber hinaus wurde im Kontext zu Finanzierungsoptionen ein Organisationskonzept vorgeschlagen, welches unter den besonders schwierigen Arbeitsbedingungen in Afrika einen sicheren Betrieb dadurch unterstützt, dass die maßgebenden politischen und operativen Verantwortungsträger vor Ort hinreichend motiviert werden, den Betrieb „am Laufen zu halten“. Im Austausch mit Kommunen der Provinzverwaltung Oshana in fachlicher Zusammenarbeit mit NamWater Nord wurde die Grundstruktur für ein Betriebskonzept entwickelt, welches in Namibia dauerhaft funktionieren kann. Was dafür grundsätzlich erforderlich bzw. zu vermeiden ist, wurde im Zusammengang mit dem thematisch verwandten BMBF-Vorhaben iWaGSS in der Fachwelt breit diskutiert und die Ergebnisse im sogenannten „Sieben Sünden-Papier“ dokumentiert (klick hier).

Fördermaßnahme
WavE – Zukunftsfähige Technologien und Konzepte zur Erhöhung der Wasserverfügbarkeit durch Wasserwiederverwendung und Entsalzung

Projektttitel
Verbundprojekt EPoNa: Ertüchtigung von Abwasser-Ponds zur Erzeugung von Bewässerungswasser im Cuvelai-Etosha-Basin, Namibia, Teilprojekt 3

Projektlaufzeit: 01.09.2016 bis 30.04.2021

Förderkennzeichen.: 02WAV1401C